Nach der Abstimmung sollte auch Odense sein Wiedervereinigungsmonument haben in der Form „einer Perle der dänischen Handwerksarbeit“, und hier kamen das Grand Hotel und der Schmied aus Hudevad, Hans Rasmussen ins Spiel. Nach Zeichnungen von Jens Moeller Jensen sollte Hans Rasmussen mit Hilfe seines Gesellen Niels Lindeskov Hansen (1899-1979) und einem Lehrling den Entwurf für ein Monument ausführen, welches für den unerhörten Preis von 18.000 Kronen von lokalen Bürgern finanziert und in dem alten Palmengarten des Grand Hotel aufgestellt werden sollte.

Im Dezember 1920 wurde das kolossale Stück Kunstschmiedearbeit zur Erinnerung an die Wiedervereinigung fertiggestellt, nachdem es 14 Monate lang den Arbeitsplan für den Schmied und seine Helfer in Hudevad bestimmt hatte. Am Abend des 15. Dezember 1920, dem Einweihungstag des neuen Hotels, wurde der erleuchtete Brunnen vor dem Publikum enthüllt, mit Ministern, Reichstagspolitikern, Amt, Stadtrat, Beamten und Honoratioren aus Odense, angeführt vom Bürgermeister von Odense, A. P. Henriksen (1865-1939).

Der Brunnen wurde u. a. bezeichnet als „ein ausgezeichnetes Stück Schmiedekunst, das hier geschaffen worden ist, eine Zierde der dänischen Handwerkskunst, ausgeführt mit geschickter Technik und einem ausgeprägtem künstlerischem Verständnis“.

Der Sinn des Brunnens und der darin enthaltenen Symbolik war wie folgt: bei der Wiedervereinigung wurden Kränze vor Danmarks Hus gehisst, und auch über dem Brunnen sind Kränze gehisst – einer für Jütland und Südjütland, einer für Seeland und einer für Fünen, und über diesen Kränzen wurde als Krone des Ganzen die Odense-Lilie gesetzt. Ganz oben auf den Brunnenstamm wurde das Wiedervereinigungsjahr „Anno 1920“ eingeprägt und die Strahlen sollen glühende Freude und das strahlende Fest symbolisieren. Darunter sieht man Lichtglocken, welche das Licht auf das Wasser werfen. Das prachtvolle Gitterwerk des Brunnens besteht abwechselnd aus Feldern mit Ornamenten und aus Feldern mit Mustern. Auf den Feldern sind acht Deckel, und unter fünf von diesen sind Gedichte von Kaj Hoffmann eingeschrieben. Auf den letzten drei Feldern stehen die Namen der Geber: „Dieser Brunnen wurde von den Direktoren Christian Richter Hartmann und Johannes Lekven zur Erinnerung an die Wiedervereinigung von Südjütland mit Dänemark aufgestellt“, dazu die Namen Jens Moeller Jensen und Hans Rasmussen, Ideengeber beziehungsweise der ausführende Schmiedemeister, der den Brunnen geschaffen hat.

Erst in den siebziger Jahren, als das Gebäude, in dem der Brunnen aufbewahrt wurde vom Grand Hotel verkauft wurde, wurde er von der Stadt übernommen.

Wenig später gab es die Absicht, den Brunnen nach Hudevad zur Instandsetzung zu transportieren, denn die Schmiedegilde Odense wollte ihn bei ihrem Jubiläum ausstellen. Das geschah jedoch nicht, da gleichzeitig ein privater Kunstsammler, nämlich Hans Rasmussens früherer Geselle und Mitarbeiter am Brunnen, Niels Lindeskov Hansen ihn in seine Sammlung eingliedern wollte, wie aus „Fyns Stiftstidende“ verlautet, und es wurde von Hudevad die Initiative ergriffen, ihn zurückzuführen, oder alternativ ihn vor der Technischen Schule in Odense aufzustellen.

Die Lösung war 1974 eine Absprache mit der Stadt Odense, wonach Hudevad den Brunnen leihen und instandsetzen konnte. Die Leihe wurde später mehrfach verlängert und hat seitdem die Rezeption in einem zweiten Meisterstück von Hans Rasmussen geschmückt, Hudevad Radiatorfabrik.

Jüngst wurde die Radiatorfabrik verkauft und soll für andere Zwecke verwendet werden, und darum hat das Wiedervereinigungs- und Grenzmuseum angeboten, die Gastgeberschaft für den hübschen Brunnen zu übernehmen – und dies hat der Museumsrat mit Freude angenommen.

Auf dem Bild sehen Sie, wie der stellv. Vorsitzende Jens Joergen Madsen und Kassierer Frank Smits den Brunnen bei Hudevads Radiatorfabrik auf Fünen in Augenschein nehmen.